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Medikamentenmangel kurz und verständlich erklärt

Zur Rose Infos 26. April 2023

Erstveröffentlichung: 26.04.2023
letzte Aktualisierung: 21.08.2025

Das Wichtigste in Kürze

  • In der Schweiz sind weiterhin mehrere hundert Medikamente knapp oder nicht verfügbar; die Zahl schwankt von Woche zu Woche
  • Die Gründe für die Mangellage sind vielfältig.
  • COVID-19-Pandemie, Ukraine-Krieg und Fachkräftemangel haben zu den Versorgungsschwierigkeiten beigetragen.
  • Zur Rose setzt alles daran, Sie trotz angespannter Situation bestmöglich zu versorgen.

Einige Medikamente sind in der Schweiz momentan nicht erhältlich. Die wichtigsten Gründe für die Lieferschwierigkeiten erfahren Sie in diesem Übersichtsartikel. 

Die Lage bleibt angespannt: Anfang 2025 waren rund 700 Medikamente knapp oder nicht verfügbar (Zahlen schwanken saisonal und aus verschiedenen weiteren Gründen). Anfang 2023 lag der Wert zeitweise auch mal bei knapp 1000. Beispiele für häufig von Lieferengpässen betroffene Arzneimittel sind Husten- und Schmerzmittel sowie fieber- und blutdrucksenkende Präparate. Betroffen sind aber auch lebenswichtige Arzneimittel wie Antibiotika, Diabetes- oder Krebsmedikamente. In den meisten Fällen gibt es glücklicherweise gute Alternativen, um fehlende Medikamente vorübergehend zu ersetzen.

Das sind die wichtigsten Gründe für die fehlenden Medikamente:

Abhängigkeit von China und Indien

Um Kosten zu sparen, werden immer mehr Medikamente in Billiglohnländern produziert. Ein Grossteil der Fabriken befindet sich in China. Für Generika werden etwa 60–80 % der Wirkstoffe (APIs) in Indien oder China hergestellt. Können diese beispielsweise nicht geliefert werden oder gibt es Schwierigkeiten in einer Produktionsstätte, ist die Produktion zahlreicher Medikamente direkt betroffen. Damit bestehen Abhängigkeiten, die zu wiederkehrenden Engpässen beitragen.

COVID-19-Pandemie

Aufgrund der langen Lockdowns in China waren Wirkstofflieferungen und Medikamentenproduktion für lange Zeit unterbrochen. Die vielen Krankheitsfälle nach der abrupten Aufhebung der chinesischen COVID-Schutzmassnahmen führten zusätzlich zu Produktionsverzögerungen.

Störungsanfällige Lieferketten

Durch die Verlagerung der Produktion in entfernte Länder werden weltweit sehr viele Waren transportiert – auch Medikamente. Aus Kostengründen sind die Lieferketten straff organisiert und effizient aufeinander abgestimmt. Die durch den Ukraine-Krieg deutlich gestiegenen Strom- und Transportkosten führten zu einer weiteren Verdichtung der Lieferketten. Reserven sind praktisch keine mehr eingeplant. Läuft an irgendeiner Stelle etwas nicht nach Plan – etwa aufgrund eines Unfalls blockierte Schiffe im Suezkanal –, hat das grosse Auswirkungen auf die gesamte Lieferkette. Bereits ein kleines Problem wie beispielsweise ein vorübergehender Stromunterbruch in einer Fabrik kann deshalb die Auslieferung von Medikamenten verzögern.

Fehlende Rohstoffe

Durch COVID-19-Pandemie und Ukraine-Krieg sind viele für Medikamente benötigte Rohstoffe schwer oder vorübergehend nicht erhältlich. Betroffen sind nebst Wirk-, Hilfs- und Füllstoffen auch Verpackungsmaterial wie zum Beispiel Spezialglas und Ampullen für flüssige Arzneimittel, Plastik und Alufolie für Blister-Verpackungen, Papier für Beipackzettel sowie Karton für Medikamentenschachteln.

Preisdruck

Die Gesundheitskosten steigen seit Jahren. Politik und Gesellschaft fordern deshalb billigere Medikamentenpreise. Das führt vor allem bei patentabgelaufenen Medikamenten und Generika zu grossem Kostendruck. Die Produktion solcher Medikamente lohnt sich immer weniger – insbesondere im kleinen Schweizer Markt. Gewisse Medikamente sind deshalb in der Schweiz nicht mehr erhältlich.

Fachkräftemangel

Bei der Entwicklung und Produktion von Medikamenten fehlt es an Fachleuten. Der Fachkräftemangel trägt ebenfalls zu Verzögerungen und Lieferengpässen bei.

Schon gewusst? 

Möchten Sie wissen, welche Medikamente gerade von Lieferverzögerungen betroffen sind?

Spitalapotheker Enea Martinelli, Chefapotheker der Spitäler FMI und Vizepräsident des Schweizerischen Apothekerverbands, stellt die in der Schweiz fehlenden Medikamente auf einer regelmässig aktualisierten Liste zusammen.

drugshortage.ch

So unterstützt Zur Rose Ihre sichere Versorgung

Substitution (Generika & Ersatzmedikamente)

Wenn gewünscht, liefern wir statt des Original-Medikaments ein günstigeres Generikum – oder bei Lieferengpässen ein passendes Ersatzmedikament.

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Erinnerungs-Service

Wir erinnern Sie rechtzeitig an Ihre Nachbestellungen – damit keine Versorgungslücke entsteht.

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Alle diese Services können Sie in Ihrem Kunden-Konto nutzen und jederzeit aktivieren, anpassen oder deaktivieren.

Die Gründe für den Medikamentenmangel im Detail 

Christian Henseler, unser Leiter Strategischer Einkauf, beschreibt im Interview, wie es zu der Mangellage kommen konnte – und was Zur Rose unternimmt, um Sie in der momentan schwierigen Situation zu unterstützen.

Das passiert bei fehlenden Medikamenten

Unsere Apothekerin Daniela Bluhm erklärt im Interview, wie Zur Rose ein nicht verfügbares Medikament ersetzt und was Sie dabei beachten sollten.

Was es für mehr Versorgungssicherheit braucht 

Guido Klaus, unser Leiter Public Affairs, zeigt im Interview auf, welche Veränderungen nötig sind, um die Versorgung mit Medikamenten in der Schweiz längerfristig sicherzustellen.