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Zecken richtig entfernen

Zecken sind zwar kleine, aber trotzdem sehr gefürchtete Tiere. Die Parasiten hängen sich an den Körper von Tieren oder Menschen, saugen dort genüsslich Blut und werden somit zu potenziellen Krankheitsüberträgern. Hier erfahren Sie, wie Sie sich vor Zecken schützen können und wie Sie Zecken am besten entfernen.

Wann und wo gibt es Zecken?

Bevorzugt verstecken sich Zecken in Wäldern und Wiesen mit hohen Grashalmen. Dort lauern sie auf ihren zukünftigen Wirt, an dem sie sich festklammern, wenn dieser an ihnen vorbeistreift. Entgegen einer weitläufig verbreiteten Meinung, lassen sie sich nämlich nicht von Bäumen fallen. Auf einem Quadratmeter können bis zu 20 Zecken sitzen, d.h. in der gesamten Schweiz gibt es Millionen von ihnen. In Städten und im Hochgebirge hingegen werden Sie den Blutsaugern eher weniger begegnen. Potenziell sind Zecken ab einer Temperatur von ca. 7 Grad aktiv und machen sich auf die Suche nach Nahrung. Besondere Vorsicht ist im Frühling und Herbst geboten.

Zecken - Das sollten Sie über die Blutsauger wissen


Wie kann ich mich vor Zecken schützen?

Beste Methode: Zecken keine Möglichkeit zum Beissen geben

Die beste Methode gegen Zecken ist es, sie schon vor dem Zustechen zu finden und daran zu hindern. Es ist also empfehlenswert, bei einem Aufenthalt in der Natur (v.a. in hohem Gras), möglichst viele Körperstellen lückenlos mit Kleidung zu bedecken und z.B. die Hose in die Socken zu stecken. Auf heller Kleidung sehen Sie die kleinen Krabbeltiere besser.

Mit wenigen Massnahmen können Sie die Gefahr eines Zeckenstichs minimieren:

  • Orte mit Zecken (Waldränder, Hecken usw.) meiden.
  • Körperbedeckende Kleidung tragen.
  • Zeckenschutzmittel verwenden.

Auf Zecken untersuchen

Nach dem Aufenthalt im Freien sollten Sie sich gründlich auf Zecken untersuchen. In der Regel beissen die kleinen Biester nicht sofort zu, sondern wandern bis zu 24 Stunden auf dem Körper umher, um die perfekte Einstichstelle zu finden. Dünne und warme Hautregionen stehen auf dem Speiseplan von Zecken ganz oben.

Durch das Absuchen nach Zecken, können Sie eventuell das Zubeissen noch verhindern.


Achten Sie besonders auf folgende Körperregionen:

  • Leisten
  • Hals
  • Achseln
  • Kniekehlen
  • Haaransatz/ Kopfhaut
  • Hinter den Ohren

Zeckenschutz mit Anti-Zecken-Mittel

Planen Sie einen Aufenthalt im Wald oder auf einer Wiese, ist es sinnvoll, sich zuvor mit einem Zeckenschutz, sogenannten Repellents, einzucremen oder einzusprühen. Dabei handelt es sich in der Regel um einen Duftstoff, der die Zecken abschreckt und somit am Stechen hindert.

Achtung, die meisten Anti-Zecken-Mittel sind nicht für Babys und Kleinkinder geeignet. Beachten Sie dafür unbedingt die Verpackungshinweise und greifen Sie zu einem speziellen Schutz für Kinder.

Wie erkenne ich einen Zeckenbiss?

Zecke beim Stechen bemerken
Leider wird das Zubeissen bzw. Zustechen der Zecke in der Regel nicht bemerkt. Als Parasit ist die Zecke darauf angewiesen, so lange wie möglich unbemerkt zu bleiben. Sie sondert ein Sekret ab, das die Haut an der Einstichstelle betäubt. Ihr Speichel sorgt ausserdem dafür, dass das Blut nicht gerinnt und sie ungestört saugen kann.

Zecke mit dem Auge erkennen
Sieht man die Zecke allerdings, ist sie meist eindeutig erkennbar – vor allem, wenn sie bereits vollgesaugt und somit dick und rund ist. Ist sie noch nicht vollgesaugt, erkennt man meist einen schwarzen Punkt auf der Haut, der von einer kleinen Rötung umgeben ist. In jedem Fall sollte die Zecke so schnell wie möglich entfernt werden.

Zeckenstich im Nachhinein erkennen
Konnte sich eine Zecke in Ruhe vollsaugen und ist wohlgenährt wieder abgefallen, kann man den Zeckenstich kaum von einem Mückenstich unterscheiden. Ein Juckreiz entsteht in der Regel allerdings nicht.

Zecken entfernen – So geht’s

Zecken sollten möglichst schnell entfernt werden, da sich durch eine längere Saugedauer das Infektionsrisiko erhöhen kann.

Wenn Sie sich mit der Zeckenentfernung unsicher sind, können Sie jederzeit einen Arzt konsultieren.

Ausserdem ist es wichtig, die Zecke lebend und möglichst im Ganzen zu entfernen. Sie sollte so wenig wie möglich gequetscht werden. Wenn Sie in Panik gerät, steigt das Infektionsrisiko.

Drehen oder Ziehen?

Es besteht noch Uneinigkeit darüber, ob die Zecke besser mit einer leichten Drehbewegung oder durch gerades Herausziehen leichter entfernt werden kann. Aktuell tendieren die Meinungen eher dahin, die Zecke mit einem der folgenden Werkzeuge dicht an der Haut zu greifen und vorsichtig gerade herauszuziehen. Auf keinen Fall sollten Sie dabei eine ruckartige Bewegung machen. Sanftes Hin- und Herbewegen kann dabei helfen, die Zecke zu lösen.

  • Zeckenzange
    Bei der Zeckenzange handelt es sich um eine Art Pinzette, die speziell zum Entfernen der Zecke entwickelt wurde. Sie ist darauf optimiert, die Zecke ohne grossen Druck zu halten. Durch Betätigen des Druckknopfes am Ende der Zange wird die Zecke dann mit einer leichten Drehbewegung entfernt. (Diese Methode wird inzwischen eher beim Entfernen von Zecken bei Haustieren angewandt.)
  • Zeckenkarte
    Eine Zeckenkarte sieht aus wie eine EC-Karte und hat eine oder mehrere kleine Aussparungen. Diese wird behutsam unter den Körper der Zecke geschoben. Anschliessend ziehen Sie die Zecke mit der Karte vorsichtig heraus. Die Zeckenkarte funktioniert besser, wenn die Zecke schon grösser ist. Bei ganz kleinen Tieren ist das Ansetzen der Karte schwierig.
  • Zecke mit Pinzette entfernen
    Ausserdem gibt es extra Zecken-Pinzetten. Diese haben eine besonders feine Spitze, mit der das Tier gut greifbar ist. Auch mit einer herkömmlichen Pinzette können Sie den Blutsauger entfernen. Setzen Sie die Pinzette vorsichtig so nahe wie möglich an der Haut an und greifen Sie die Zecke sanft. Versuchen Sie sie nun vorsichtig herauszuziehen.
  • Zecke entfernen ohne Hilfsmittel
    Haben Sie kein Hilfsmittel zur Hand, um die Zecke zu entfernen? Dann können Sie versuchen, sie ganz vorsichtig mit den Fingernägeln zu fassen und herauszuziehen.

Desinfizieren Sie die Einstichstelle nach dem Entfernen.

Und wenn ein Teil der Zecke steckenbleibt?

Oftmals wird davon gesprochen, dass der Kopf der Zecke nicht stecken bleiben darf. Da Zecken jedoch gar keinen Kopf haben, handelt es sich allenfalls um die Greifwerkzeuge bzw. den Saugrüssel.

Falls diese abreissen und steckenbleiben, sind sie durch einen schwarzen Punkt an der Einstichstelle erkennbar. Nun sollten Sie die Stelle desinfizieren, um weitere Infektionen zu vermeiden. In der Regel wachsen die verbleibenden Körperteile nach einer Weile von selbst und ohne Komplikationen heraus.

Behalten Sie die Stelle im Auge und suchen Sie bei Komplikationen oder Unsicherheiten einen Arzt auf.

Was mache ich mit der entfernten Zecke?

Oft sind entfernte Zecken noch am Leben und man fragt sich: Wohin mit der Zecke? Lässt man sie am Leben, riskiert man einen erneuten Biss.

Um sie unschädlich zu machen, können Sie sie zwischen Papier (z.B. Küchenpapier oder Klopapier) quetschen und mit einem Glas fest darauf drücken.
Auch durch das Tauchen in Alkohol können Sie die Zecke umgehend unschädlich machen.

Das Herunterspülen in der Toilette ist weniger zu empfehlen, da Zecken längere Zeit im Wasser überleben können.

Achten Sie in jedem Fall darauf, nicht mit austretendem Sekret in Berührung zu kommen. Oder waschen Sie dieses sofort gründlich ab.

Übrigens stecken Zecken auch einen Waschgang in der Waschmaschine bei 40 Grad locker weg.

Was ist nach einem Zeckenbiss zu beachten?

Hatten Sie einen Zeckenbiss, sollten Sie sich das Datum notieren und eventuell ein Foto von der Einstichstelle machen bzw. die Stelle markieren. Sie sollten die Stelle nämlich noch einige Zeit überwachen.

  • Die Einstichstelle sollte sich nicht entzünden.
  • Es sollte keine Wanderröte auftreten. Dabei handelt es sich um eine kreisförmige Rötung, die in der Regel immer grösser wird und ein Anzeichen für Borreliose ist.
  • Unspezifische grippeähnliche Symptome mit starkem Krankheitsgefühl könnten auf eine FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) hinweisen.

Suchen Sie in diesen Fällen und generell bei Unsicherheiten bitte einen Arzt auf.

Welche Krankheiten können Zecken übertragen?

Das Stechen und Blutsaugen der Zecke an sich stellt für den Menschen keine Gefahr dar. Leider jedoch sind Zecken potenzielle Krankheitsüberträger für einige langwierige Krankheiten. Gefährlich wird es, wenn man durch die Zecken mit Lyme-Borreliose (kurz: Borreliose) oder der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) infiziert wird.

Lyme-Borreliose

Jedes dritte Tier trägt den Lyme-Borreliose-Erreger in sich, der zu Müdigkeit, Gelenkschmerzen und Übelkeit führen kann. Hier gilt die gesamte Schweiz als Risikogebiet. (Karte: Risikogebiete Lyme-Borreliose) Borreliose kann in der Regel gut mit Antibiotika behandelt werden. Suchen Sie daher zeitnah einen Arzt auf.
Symptome Borreliose: In der Regel tritt nach dem Einstich die sogenannte Wanderröte auf, an der eine Borreliose schnell erkannt wird. Es handelt sich dabei um eine starke kreisförmige Rötung um die Einstichstelle, die – wie der Name sagt – wandert bzw. sich stetig vergrössert. Borreliose kann in mehrere Stadien verlaufen und sich in unterschiedlichen Symptomen zeigen. Zunächst können grippeähnliche Symptome auftreten, später kann das Nervensystem betroffen sein.

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)

Bei der Frühsommer-Meningoenzephalitis ist das Ansteckungsrisiko etwas geringer: hier gilt ausser dem Tessin die gesamte Schweiz als Risikogebiet, jedoch trägt nur etwa jede 1000. Zecke das Virus in sich. Aber: In den Hochrisikogebieten Schaffhausen (ganzer Kanton), Sihltal sowie den Gebieten rund um Winterthur und Rapperswil, ist jede 100. Zecke infiziert. (Karte: Risikogebiete FSME)
Bei etwa 10% der infizierten Personen führt die FSME zu einer gefährlichen Hirnhaut- oder Rückenmarkentzündung.
Symptome FSME: Aufgrund der unspezifischen Symptome in mehreren Phasen ist eine FSME oft nicht gleich zu erkennen. Die erste Phase, die 4 Tage bis 4 Wochen nach dem Stich auftritt, ähnelt in erster Linie stark einer Grippe. Einige Tage später kann eine zweite Phase eintreten, die oftmals mit hohem Fieber und starkem Krankheitsgefühl einhergeht. Bei Kindern ist der Verlauf meist deutlich schwächer als bei Erwachsenen.

Informieren Sie sich beim Bundesamt für Gesundheit weiter über die Frühsommer-Meningoenzephalitits.

Impfung gegen Zecken- Wovor schützt sie?

Mit einer Zeckenimpfung können Sie sich gegen die FSME schützen. Daher wird sie vor allem in Risikogebieten für FSME für alle ab 6 Jahren empfohlen. Für einen vollen Schutz sind drei Impfungen nötig. Die Impfung sollte alle 10 Jahre aufgefrischt werden. Gegen Borreliose schützt eine Zeckenimpfung nicht – jedoch kann diese gut mit Antibiotika behandelt werden.

Eine Zeckenimpfung schützt nur vor FSME - nicht vor Borreliose.


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